Auf den Namen Hermann von Loga, den ich im September 2008 in einem Artikel über das gegenwärtige Schicksal des unweit von Culm (Chełmno) gelegenen Herrenhauses in Wichorze (Wichorsee) bereits erwähnt hatte, bin ich jetzt bei der Durchsicht alter Zeitungen aus dem Jahr 1911, die ich derzeit nach und nach fotografiere und veröffentliche, gestoßen. In der Ausgabe der Culmer Zeitung vom 8. November 1911 findet man nämlich auf der Titelseite folgenden Nachruf des Culmer Landrats Lohr, den ich im Wortlauf widergebe:
Nachruf.
Am 6. November verschied plötzlich und unerwartet Herr Rittergutsbesitzer
Hermann von Loga – Wichorsee
Mitglied des Herrenhauses
im Alter von 52 Jahren. Auf der elterlichen Besitzung geboren, hat er sein ganzes Leben hindurch dem Kreise Culm angehört, die letzten 22 Jahre als Besitzer des von seinem Vater übernommenen Rittergutes Wichorsee. Seit fast 20 Jahren Mitglied des Kreistages und seit 1907 Mitglied des Kreisausschusses sowie Träger weiterer Ehrenämter in und außerhalb des Kreises Culm, hat der Entschlafene stets bereitwilligst seine Kräfte in den Dienst der Allgemeinheit gestellt.
Seine Kenntnisse in den landwirtschaftlichen und den besonderen heimischen Verhältnissen sind durch seine Wahl in die Landwirtschaftskammer der Provinz Westpreußen besonders anerkannt worden.
Seine weit über die Grenzen seines Heimatkreises und seiner Heimatprovinz hinaus bekannte Sachkenntnis der Pferdezucht hat ihm eine unbestrittene hochachtbare Stellung nicht nur unter seinen Berufsgenossen, sondern selbst bei den höchsten Staats- und Militärbehörden gesichert.
Wenn auch körperlich oft behindert, hat er niemals die Mühe gescheut, seinen Pflichten auf das Gewissenhafteste nachzukommen. Hat er es sich doch nicht nehmen lassen, noch am Tage vor seinem Tode, obwohl es ihm überaus schwer wurde, eine ihm durch sein Ehrenamt auferlegte Aufgabe zu erfüllen.
Seine große Vertrautheit mit den heimatlichen Verhältnissen, sein bestimmtes Urteil in Angelegenheiten des öffentlichen Lebens, seine vornehme Gesinnung, gepaart mit einem ehrenhaften Charakter, haben die Wertschätzung und Achtung aller derer gefunden, die amtlich und außeramtlich mit ihm im Verkehr gestanden haben.
Seinen zahlreichen Untergebenen war er ein treu fürsorgender Vorgesetzter, der es nicht litt, daß es auch nur dem Geringsten schlecht ging, der stets bereit war zu helfen, ohne viel Aufsehen davon zu machen.
So hat er sich die Liebe auch der Kleinsten erworben.
Von einer ausgezeichneten Liebenswürdigkeit im näheren Verkehr und einem heiteren Charakter, war es eine besondere Freunde, mit ihm bekannt zu sein, und sein Haus, in dem er als treusorgender Gatte und Vater waltete, war ein Muster von Gastlichkeit.
Seine Verdienste auf allen die Landwirtschaft betreffenden Gebieten sind auch von Allerhöchster Stelle anerkannt worden und der Kreis Culm, den er von Herzen liebte, verliert in ihm einen Mann, dessen Hinscheiden eine überaus schmerzliche Lücke bedeutet.
Sein allzu frühes Scheiden wird auf das Tiefste betrauert, sein Andenken in hohen Ehren gehalten werden.Culm, den 7. November 1911
Der Vorsitzende des Kreisausschusses
Lohr
In derselben Ausgabe wurden eine Reihe von Todesanzeigen geschaltet. An erster Stelle steht die der Angehörigen von Logas:

In Form einer Anzeige bringen am 8. November außerdem die Beamten von Wichorsee und Cepno, der Culmer Krieger-Verein, der Aufsichtsrat und Vorstand der Zuckerfabrik Culmsee, der Landwirtschaftliche Verein Culm, sowie in der nächsten Ausgabe vom 10. November 1911 der Lehrer Schwanitz aus Wichorsee und Gutsbesitzer Wigocki aus Staw bei Wrotzlawken ihre Trauer zum Ausdruck.


