Kurt Schumacher wurde 1895 im damals preußischen Culm an der Weichsel (poln. Chelmno nad Wisla) geboren. Hier verbrachte er seine Jugend, bevor er sich bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs als Kriegsfreiwilliger meldete und schwer verwundet wurde. Während seines Besuchs des traditionsreichen Culmer Gymnasiums schloss er eine enge Freundschaft mit seinem polnischen Mitschüler Franciszek Raszeja.
Nach Studium und Promotion arbeitete Schumacher in den Jahren 1920-1924 als Redakteur in Stuttgart, von 1924 bis 1931 war er Landtagsabgeordneter in Württemberg. 1930 erlangte der SPD-Politiker einen Sitz im Reichstag, dem er bis zum Verbot der SPD im Jahr 1933 angehörte. Obwohl Schumacher nach der Machtergreifung durch Hitler die Möglichkeit zur Emigration hatte, wollte er Deutschland nicht verlassen, um den Kampf mit den Nationalsozialisten fortzusetzen. Als bekannter und engagierter Gegner des NS-Regimes war Dr. Schumacher in den Jahren 1933-1943 sowie 1944 Häftling verschiedener Konzentrationslager.
Nach der Kapitulation Deutschlands begann er 1945 mit dem Wiederaufbau der SPD und wurde 1946 zum Parteivorsitzenden gewählt. Ab 1949 war Schumacher Oppositionsführer im Bundestag und einer der wichtigsten Politiker der jungen Bundesrepublik Deutschland. Kurt Schumacher starb 1952.
Heute erinnert eine Gedenktafel an dem Haus gegenüber der städtischen Bibliothek an der ul. Swietego Ducha (einst Heiligengeiststraße) an Schumacher. Außerdem trägt die internationale Jugendbegegnungsstätte der Stadt seinen Namen.